Honor Harrington: Auf verlorenem Posten - Bd. 1. Roman

von: David Weber

Bastei Lübbe AG, 2011

ISBN: 9783838709598 , 544 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

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Preis: 7,99 EUR

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Mehr zum Inhalt

Honor Harrington: Auf verlorenem Posten - Bd. 1. Roman


 

"20 (S. 228-229)

Honor stand im Beiboothangar an der Mündung der Personenröhre und beobachtete auf dem Bildschirmdisplay am Schott, wie der Kutter am anderen Ende der Röhre andockte. Das kleine Raumfahrzeug bewegte sich im hellerleuchteten Vakuum des Hangars mit behutsamer Präzision und senkte seine fünfundneunzig Tonnen sauber in das wartende Andockgerüst. Die Treibvorrichtung bewegte den Röhrenpuffer nach vorn und versiegelte die Röhrenmanschette an die Luke.

Das grüne Licht des Druckausgleichs leuchtete auf. Honor atmete unauffällig noch einmal durch, bevor die Luke der Röhre sich öffnete. Klaus Hauptmann trat heraus wie ein Monarch auf Staatsbesuch. Er war kleiner, als Honor erwartet hatte, doch kräftig gebaut. Sie hatte immer vermutet, dass die ehrwürdig wirkenden grauen Schläfen künstlich wären. Das breite Gesicht und das kräftige Kinn hatten mit Sicherheit von kosmetischer Chirurgie profitiert - niemand besaß derart gleichmäßige Gesichtszüge -, doch die zugrunde liegende Architektur war dabei erhalten geblieben. In diesem Gesicht lag Kraft, eine unnachgiebige, selbstsichere Dreistigkeit, die normale Arroganz und Kampflust weit hinter sich ließ. Die Augen waren hart. »Commander Harrington.«

Die tiefe Stimme klang weich und kultiviert und verbarg jede Feindseligkeit. Hauptmann reichte Honor die Hand. Sie erwiderte den Händedruck und verbarg ein Grinsen, als sie spürte, wie seine Finger leicht über ihre Hand tasteten und nach der Stelle für den schmerzhaften Griff suchten. Sie hätte nie erwartet, dass er sich als Knöchelbrecher entpuppen könnte. Für einen derart mächtigen Mann erschien das ein wenig kleinlich, doch vielleicht musste er seine Dominanz auf jede erdenkliche Weise demonstrieren.

Und vielleicht hat er auch vergessen, dass er es mit einer Sphinxianerin zu tun zu hat, dachte sie und ließ ihn ihr nach Herzenslust die Hand quetschen. Ihre langfingrige Hand war groß für die einer Frau, zu groß, als dass er sein Ziel erreichen konnte. Sie ließ ihn den maximal möglichen Druck ausüben und quetschte dann sanft zurück. Dabei lächelte sie freundlich und ließ sich nicht anmerken, dass sie sich der stillen Kraftprobe bewusst war. Aber sie sah seine Augenlider flackern, als er die unerwartete Eisenhärte ihres Händedrucks spürte. »Willkommen an Bord der Fearless, Mr. Hauptmann«, sagte sie und lächelte nur ganz wenig breiter, als er die Kraftprobe aufgab und ihre Hand losließ. Sie nickte McKeon zu, der sich daraufhin neben sie stellte.

»Mein Erster Offizier, Leutnant Commander McKeon.« »Commander McKeon.« Der Besucher nickte, doch er bot seine Hand kein zweites Mal an. Honor registrierte, wie er den Arm an die Seite presste und die Finger spielen ließ. Sie hoffte, dass sie ihm weh taten. »Hätten Sie Interesse an einer Führung durch das Schiff, Sir?«, fragte Honor freundlich. »Ein großer Teil ist Zivilisten nicht zugänglich, fürchte ich, doch ich bin sicher, dass Commander McKeon sich freuen würde, Ihnen alle Bereiche zu zeigen, die wir Ihnen zeigen dürfen.« »Vielen Dank, aber nein.« Hauptmann lächelte McKeon an, doch die Augen nahm er nicht von Honor.

»Meine Zeit ist begrenzt, Commander. Soviel ich weiß, wird der Kurier die Rückreise nach Manticore antreten, sobald er sich seiner Pflichten bei Kommissarin Matsuko entledigt hat. Wenn ich nicht mit ihm aufbreche, muss ich mich selbst um die Rückreise kümmern.« »Darf ich Ihnen dann die Gastfreundschaft der Offiziersmesse anbieten?« »Schon wieder nein, danke.« Hauptmann lächelte erneut, doch diesmal zeigte das Lächeln Zeichen von Anspannung. »Wofür ich hingegen wirklich dankbar wäre, Commander Harrington, wären einige Augenblicke Ihrer Zeit.« »Selbstverständlich."