Die Felsenburg - Karl May´s Gesammelte Werke Band 20

Die Felsenburg - Karl May´s Gesammelte Werke Band 20

von: Karl May

Karl-May-Verlag, 1950

ISBN: 9783780217202 , 443 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 6,99 EUR

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Die Felsenburg - Karl May´s Gesammelte Werke Band 20


 

12. Nach Almadén alto (S. 346-347)

Wir befanden uns jetzt unterwegs nach dem alten Quecksilberbergwerk Almadén alto und mussten über die Fuente de la Roca kommen. Fuente heißt Quelle und Roca Felsen, Fuente de la Roca ist folglich soviel wie Felsen- quelle. Da Winnetou sie kannte, brauchte ich keine Be- sorgnis zu haben, von dem Player falsch geführt zu wer- den. Wir konnte uns nicht verirren. Aber in Beziehung auf die unterwegs aufgestellten Posten mussten wir uns auf seine Aussage verlassen.

Es standen da zwar bloß je fünf Mann und eine so geringe Anzahl brauchten wir nicht zu fürchten, wenn wir nur die Stellen kannten, wo sie sich befanden. Wenn er uns diese Plätze aber falsch angab, konnten wir von ihnen leicht überfallen werden. Es galt also, ihn so in Angst zu halten, dass er es nicht wagte, uns zu täuschen. Die Fuente, an der zwanzig Yumas lagerten, war zwei Tagesritte entfernt. Auf der Straße befanden sich überdies noch vier Posten zu je fünf Mann.

Da man nun von Ures bis nach Almadén fünf Tagesreisen rechnete und wir von der Hacienda aus nur vier hatten, so standen die Posten nur einem Zweidritteltagesritt auseinander, und wenn wir so ritten, wie Winnetou und ich es gewohnt waren, trafen wir schon heute Nachmittag auf den ersten, was aber nicht in meinem Plan lag. Ich wollte die fünf Roten des Abends in der Dunkelheit überrumpeln und so mussten wir also entweder schnell reiten und irgendwo Halt machen oder einen so langsamen Schritt annehmen, dass wir erst mit der Dunkelheit bei den Posten anlangten. Ich entschloss mich aus guten Gründen für das Schnellreiten. Was nun die Mimbrenjos betraf, auf deren Hilfe ich hoffte, so war leicht zu berechnen, wann sie bei uns ein- treffen konnten.

Die dreißig Mann, die wir angefordert hatten, benötigten einen Tag bis zur Hacienda und von da bis zu irgendeinem Punkt, wo wir sie erwarten würden, genauso viel Zeit, wie wir selber, um von der Hacienda aus dorthin zu gelangen. Ob sie den Weg kannten, wussten wir nicht, durften uns aber auf ihre Findigkeit verlassen. Trotzdem machten wir eine Fährte, die noch nach Tagen zu sehen war, und sorg- ten außerdem für verschiedene Zeichen, aus denen sie er- kennen konnten, dass sie sich auf unserer Spur befanden. Die Zeichen bestanden in Steinen, die wir unterwegs in auffälliger Weise zusammenlegten, und in kleinen Ästen, die wir an Stellen, wo es entdeckt werden musste, abbra- chen und an einem andersartigen Baum befestigten.

Der Player ritt zwischen Winnetou und mir, der Yumatöter hinter uns. Die Beschreibung der Gegend, durch die wir kamen, kann ich mir ersparen. Das Gelände steigt nach der ho- hen Sierra auf und ist desto mehr bewaldet, je höher man kommt. An Wasser hat man keine Not zu leiden, denn wenn es auch hier und da eine unfruchtbare Felsenebene gibt, so ist man doch bald darüber hinweg. Der Player musste annehmen, dass uns der Weg bekannt sei, da wir ihn nicht danach fragten. Eine solche Frage war unnötig, weil wir die Spur noch sahen, die er gestern zurückgelassen hatte. Dass er selbst sie noch wahrnehmen konnte, bezweifelte ich, da sie auf längeren Strecken so schwer zu erkennen war, dass Augen, wie Winnetou sie besaß, dazu gehörten, sie zu unterscheiden.