Das Reminiszenz-Buch - Praxisleitfaden zur Biografie- und Erinnerungsarbeit mit alten Menschen

von: Pam Schweitzer, Errollyn Bruce

Hogrefe AG, 2010

ISBN: 9783456947938 , 277 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 25,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Das Reminiszenz-Buch - Praxisleitfaden zur Biografie- und Erinnerungsarbeit mit alten Menschen


 

"3 Reminiszenz: Techniken und Methoden (S. 61-62)

3.1 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Reminiszenzarbeit

Haltungen, Werte, Wissen, Techniken und Fertigkeiten sind wichtiger als eine bestimmte berufliche Vorbildung. Fertigkeiten sind erlernbar ... (Gibson, 1998, S. 18).

Gut möglich, dass einige der hier aufgelisteten Fertigkeiten so selbstverständlich klingen, dass sich eine Erwähnung vermeintlich erübrigt. Es gibt tatsächlich Leute, die eine natürliche Begabung für den Umgang mit betagten Menschen und ihren Erinnerungen besitzen, die Mehrzahl von uns muss sich jedoch bemühen, entsprechende Fertigkeiten zu entwickeln.

? zuhören können: Achten Sie sehr genau darauf, was die Person sagt, zeigen Sie ihr, dass Sie «da» sind für sie, bieten Sie ihr nicht vorschnell Hilfe an und stellen Sie nicht sofort Fragen.Menschen mit Demenz, die einen Gedanken fassen und ausdrücken wollen, brauchen dafür oft mehr Zeit als gesunde. Warten Sie also schweigend eine Antwort ab.

? aufmerksam sein: Entspannen Sie sich und vermitteln Sie durch Ihre Körpersprache, aber auch durch Blickkontakt, dass Sie gerne zuhören, wirklich interessiert sind, und dem GesagtenWert beimessen.

? Neugier zeigen: Sie müssen den ehrlichenWunsch haben, mehr über alteMenschen zu erfahren und von ihnen zu lernen. Wenn diese spüren, dass Sie sich langweilen oder lediglich aus Pflichtbewusstsein nach ihren Erinnerungen fragen, werden sie sehr schnell verstummen.

? einfühlsam reagieren: Öffnen Sie sich für den Inhalt, aber auch für die Empfindungen, die der Erzähler oder die Erzählerin offenbart, insbesondere dann, wenn schmerzliche Erinnerungen hochkommen. Hüten Sie sich auch vor Fragen, die zudringlich wirken können.

? eine akzeptierende Haltung einnehmen: Bewerten Sie die erzählende Person nicht, zeigen Sie ihr vielmehr, dass Sie ihre Erinnerungen gehört und verstanden haben und ihre Sichtweise respektieren.

? ein gutes Gedächtnis haben: Sie müssen das Gesagte im Kopf behalten und sich darauf beziehen können, damit die Person spürt, dass das Gespräch einen Sinn hat. Nur so können Sie zwischen den verschiedenen Geschichten, die Ihnen erzählt werden, Verbindungen herstellen.

? Sinn für Humor haben: Sie müssen fähig sein, eine heitere Atmosphäre herzustellen, sich an den komischen Seiten der Erinnerungen zu erfreuen, sowie Spaß an verblüffenden Wendungen und kuriosen Begebenheiten haben."