Die Biomedizinkonvention des Europarates - Humanforschung - Transplantationsmedizin - Genetik, Rechtsanalyse und Rechtsvergleich

von: Wiltrud C. Radau

Springer-Verlag, 2010

ISBN: 9783540344766 , 423 Seiten

Format: PDF, OL

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Preis: 114,99 EUR

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Die Biomedizinkonvention des Europarates - Humanforschung - Transplantationsmedizin - Genetik, Rechtsanalyse und Rechtsvergleich


 

Vorwort

5

Table of Contents

6

§ 1 Rechtsgüterschutz in der Biomedizin

14

I. Rechtsfragen

14

II. Regelungsbedarf

16

III. Gefahrenbereiche

19

1. Humanexperimente

19

2. Organtransplantation

21

3. Prädiktive Gentests

21

4. Embryonenforschung, Klonen und Präimplantationsdiagnostik

22

5. Gentherapie

25

IV. Ethische Fragen

26

1. Risikosteigerung

26

2. Risikoverantwortbarkeit

28

V. Ökonomische Interessen

29

1. Wissenschaft und Wirtschaft

29

2. Internationaler Kontext

30

§ 2 Zentrale Grundrechte in der Biomedizin

32

I. Menschenwürde

32

1. Bedeutsamkeit des Menschenwürdearguments

32

2. Rechtspolitische Instrumentalisierung

34

II. Selbstbestimmung

36

1. Körperbezogene Selbstbestimmung

36

2. Informationelle Selbstbestimmung

38

III. Forschungsfreiheit

40

IV. Würde- und Lebensrecht am Lebensbeginn

44

§ 3 Europäisches Menschenrechtsüberkommen zur Biomedizin - Biomedizinkonvention (BMK)

46

I. Grundlagen

46

1. Bioethik

46

2. Grundkonzeption

49

a. Menschenrechtsdokument

49

b. Menschenrechtstradition

50

II. Entstehungsgeschichte

52

1. Europarat und biomedizinische Menschenrechte

52

2. Entwicklungsprozess

53

III. Rechtsqualität und Rechtswirkungen

56

1. Völkerrechtlicher Charakter

56

a. Internationaler Vertrag

56

b. Rahmenabkommen

57

c. Mindeststandards und Staatenvorbehalte

58

2. Einordnung in das nationale Rechtssystem

61

a. Innerstaatliche Verbindlichkeit

61

b. Gesetzesrang

63

3. Kontrollmechanismen und Rechtsschutz

65

a. Kein Individualrechtsschutz

65

b. Einbeziehung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

66

§ 4 Medizinische Forschung an Einwilligungsunfähigen

68

I. Rechtsprinzipien der Humanforschung

69

1. Therapeutischer und nichttherapeutischer Versuch als Rechtskategorien (Art. 17 BMK, Art. 15 FP)

69

2. ,,Jnformed consent" (Art. 5 BMK, Art. 14 FP)

72

3. ,,Persons not able to consent" (Art. 6 BMK, Art. 19 FP und nationales Recht)

73

II. Zulässigkeitsvoraussetzungen für therapeutische Versuche an Einwilligungsunfähigen (Art. 17 Abs. 1 iV.m. Art. 16 BMK, Art. 15 Abs. 1 FP)

77

1. Alternativlosigkeit

77

2. Nutzen-Risiko-Abwägung

78

3. Prüfung und Billigung

80

4. Aufklärung und Einwilligung

82

5. Vetorecht

83

III. Ergänzende Zulässigkeitsvoraussetzungen für nichttherapeutische Versuche an Einwilligungsunfähigen (Art. 17 Abs. 2 BMK, Art. 15 Abs. 2 FP)

84

1. Mittelbarer oder gruppenspezifischer Nutzen bei hohem wissenschaftlichen Erkenntniswert

84

2. Risiko-/ Belastungsminimierung

85

IV. Forschung an staatlich Untergebrachten (Art. 20 FP)

86

V. Vergleichende Betrachtung der Rechtslage in Deutschland

88

1. Verfassungsrecht

88

a. Forschungsfreiheit und Menschenwürde (Art. 5 Abs. 3 GG, Art. 1 Abs.1 GG)

88

b. Gleichheit (Art. 3 Abs. 1, Abs. 3 S. 2 GG)

94

2. Arzneimittelrecht

96

a. Therapeutische Arzneimittelprüfungen (§§ 41 i.V.m. 40 AMG)

96

aa. Parallelen

96

bb. Diskrepanzen

100

b. Nichttherapeutische Arzneimittelprüfungen (§ 40 AMG)

101

aa. Einwi/ligungsunfähige Erwachsene: Forschungsverbot

101

bb. Minderjährige: Forschungsmöglichkeit

102

cc. Untergebrachte: Forschungsverbot

104

3. Kindschafts- und Betreuungsrecht, ärztliches Standesrecht (§§ 1626 ff., 1896 ff. BGB, § 15 MBO)

107

VI. Ergebnis: Übereinstimmung bei therapeutischen, erhebliche Abweichungen bei nichttherapeutischen Versuchen

111

§ 5 Lebendorganspende zu Transplantationszwecken

113

I. Lebendorganspende durch Einwilligungsfähige (Art. 19 BMK, Art. 9 bis 13 TP)

115

1. Therapeutische Zwecke

116

2. Informed consent

116

3. Keine ernsthafte Selbstgefährdung

117

4. Doppelte Subsidiarität: Keine postmortale Organspende, keine Behandlungsalternative

118

5. Weiter Spenderkreis

121

II. Lebendorganspende durch Einwilligungsunfähige (Art. 20 BMK, Art. 14 und 15 TP)

122

1. Grundsätzliche Unzulässigkeit

122

2. Ausnahmsweise Zulässigkeit der Spende von regenerierbarem Gewebe (Knochenmarkspende)

123

a. Eingeschränkter Empfängerkreis: Geschwisterverhältnis zwischen Spender und Empfänger

123

b. Subsidiarität gegenüber der Spende von Einwilligungsfähigen

125

c. Lebensrettung

125

d. Informierte Dritteinwilligung und Zustimmung eines unabhängigen Gremiums

125

e. Vetorecht des Spenders

126

3. Erleichterte Zulässigkeit der Spende von Zellen (Hautspende)

127

III. Maßnahmen gegen die Kommerzialisierung des Transplantationswesens: Verbot des finanziellen Gewinns und des Organhandels (Art. 21 BMK, Art. 21 und 22 TP)

129

IV. Vergleichende Betrachtung der Rechtslage in Deutschland

131

1. Verfassungsrecht

131

a. Verfügung über die eigene körperliche Integrität (Art. 2 Abs. 1 GG)

131

b. Grenzen

134

aa. Risikospende

134

aaa. Beschränkung zugunsten des Organspenders: "Grundrechtsschutz gegen sich selbst"?

134

bbb. Beschränkung zugunsten des Gemeinwohls: Respekt vor der körperlichen Integrität - Vermeidung von Finanzlasten?

136

bb. Fremdspende

138

aaa. Beschränkung zugunsten des Organspenders: Schutz der Freiwilligkeit des Spendeentschlusses?

138

bbb. Beschränkung zugunsten des Gemeinwohls: Verhinderung des Organhandels?

141

ccc. Grundrechtsbeeinträchtigungen beim Organempfänger: Art. 2 Abs. 2 GG, Art. 3 Abs. 1 GG

144

cc.Minderjährigenspende

145

aaa. Ausschluss von einwi/ligungsfähigen Minderjährigen

145

bbb. Ausschluss von einwilligungsunfähigen Minderjährigen

149

c. Zusammenfassung: Lebendorganspende gemäß GG und BMK

153

2. Transplantationsgesetz

154

a. Organentnahme: Hauptprobleme der §§ 8, 19 Abs. 2 TPG

154

aa. Gefährdungsgrenze "Operationsrisiko und unmittelbare Entnahmefolgen" (§ 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 c TPG)

154

bb. Subsidiarität gegenüber postmortalen Organspenden (§ 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG)

156

aaa. Grundrechte des Empfängers

157

bbb. Selbstbestimmungsrecht des Spenders

157

ccc. Verfassungskonforme Auslegung

158

cc. Unzulässigkeit von Fremdspenden (§ 8 Abs. 1 S. 2 i.V.m. § 19 Abs. 2 TPG)

160

aaa. Sachliche Verfehltheit

160

bbb. Legitimationsprobleme der Strafnorm

161

dd. Volljährigkeits- und Geschäftsfähigkeitsgrenze (§ 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 a i.V.m. § 19 Abs. 2 TPG)

167

b. Organhandel: Hauptprobleme der §§ 17, 18 TPG

170

aa. ,,Henäettreiben": Sachlich verfehlte Anknüpfung an das Betäubungsmittelrecht

170

bb. Teleologische Tatbestandsreduktion

172

aaa. Regelungszweck "Schutz vor der Ausbeutung von existentiellen Notlagen"

174

bbb. Regelungszweck "Schutz der Menschenwürde"

176

ccc. Regelungszweck "Schutz der Integrität des Transplantationswesens"

180

V. Ergebnis: Staatlicher Gesetzespaternalismus auf nationaler Ebene - weitgehender Respekt vor der Autonomie des Spenders auf konventionsrechtlicher Ebene

181

§ 6 Prädiktive Gentests

185

I. Biologisch-medizinische GrundlagenJede

185

II. Eingeschränkte Zulässigkeit von Gentests (Art. 12 BMK)

189

1. Krankheitserkennung

189

2. Bindung an "health purposes"

190

3. Genetische Beratung und Einwilligung

192

III. Berücksichtigung vorhandener Analyseergebnisse (Art. 11 BMK): Diskriminierungsschranke

193

IV. Nationale Ausnahmen und Staatenvorbehalt (Art. 26 BMK, Art. 36 BMK)

195

V. Vergleichende Betrachtung der Rechtslage in Deutschland

197

1. Verfassungsrecht

198

a. Gen-informationelle Selbstbestimmung (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG)

198

b. Freiheitsgebrauch und Begrenzung durch "health purposes"

204

2. Unterverfassungsrechtliches Arbeitsrecht

208

a. Spezialgesetzliche Regelungen: Besondere Zweckbindung

208

b. Richterrecht: Arbeitsplatzrelevanz

212

c. Allgemeines Vertragsrecht: Arbeitsplatzrelevanz

215

3. Unterverfassungsrechtliches Privatversicherungsrecht: Risikorelevanz

218

VI. Ergebnis: Überbetonung der Gesundheitsbindung als Vernachlässigung von Selbstbestimmungs- und Drittinteressen

223

§ 7 Forschung an Embryonen in vitro

224

I. Rechtsstatus extrakorporaler Embryonen (Art. 1 BMK, Art. 18 BMK)

224

II. Verbot der Erzeugung zu Forschungszwecken (Art. 18 Abs. 2 BMK)

226

III. Regelungen zur Forschung an verfügbaren oder zu therapeutisch-diagnostischen Zwecken erzeugten Embryonen (Art. 18 Abs. 1 BMK)

227

1. Verbot des reproduktiven Klonens (Zusatzprotokoll über das Verbot des Klonens von menschlichen Lebewesen; Art. 13 BMK)

228

2. Zu lässigkeit des therapeutischen Klonens (Art. 18 Abs. 1 BMK) Gewinnungembryonaler Stammzellen

233

3. Zulässigkeit der Präimplantationsdiagnostik (Art. 14 BMK)

236

IV. Vergleichende Betrachtung der Rechtslage in Deutschland

240

1. Verfassungsrecht

240

a. Menschenwürde- und Lebensschutz

240

aa. Rechtsstatus von Embryonen - Rechtsprechung des BVerfG

240

aaa. Frage der Rechtsträgerschaft

240

bbb. Elementarer Schutz

242

ccc. Schutzrelativierung

243

ddd. Keine Herabwürdigung

245

bb. Rechtsethische Erwägungen

246

aaa. Kontinuität

251

bbb. Identität

252

ccc. Potentialität

254

cc. Der Embryo als Schutzgut - Entsprechung zur BMK

257

aaa. Rechtsträgerschaft als Schutzbasis?

257

bbb. Objektive Schutzwirkung

259

b. Gestufte Schutzqualität

261

aa. Vollschutzthese

262

bb. Zulässigkeit der Abwägung

263

cc. Unterschiedlichkeit der Lebensformen

264

dd. Schutzdifferenzierung im ESchG

265

ee. Gestufter Schutz

266

c. Folgerungen für die Embryonenforschung - Parallelen und Unterschiede zur BMK

267

aa. (Stammzellen-) Forschung an überzähligen und speziell erzeugten IvF-Embryonen

269

aaa. Qualifizierte Forschungsinteressen

269

bbb. Zeitliche Schranke

271

ccc. Forschung an überzähligen Embryonen

271

ddd. Herstellung zu Forschungszwecken

273

eee. Vergleich mit der BMK

275

bb. Therapeutisches und reproduktives Klonen

275

aaa. Therapeutisches Klonen; Vergleich mit der BMK

275

bbb. Reproduktives Klonen; Vergleich mit der BMK

277

ccc. Individualitätsberaubung?

277

ddd. Instrumentalisierung?

278

eee. Erfordernis der Schrankenziehung

280

cc. Präimplantationsdiagnostik

281

aaa. Zulässigkeit der Schutzabwägung

283

bbb. Forschungsinteressen

284

ccc.Persönlichkeitsrecht

284

ddd. Gesundheitsrecht

286

eee. Zulässigkeit der PND und der Abtreibung

287

fff. Vergleichbarkeit der Konfliktsituationen

289

ggg. Positive Eugenik

290

hhh. Behindertendiskriminierung

292

iii. Kein generelles Verbot der PID

294

jjj. Vergleich mit der BMK

294

dd. Zusammenfassung: Embryonenforschung gemäß GG und BMK

295

2. Embryonenschutzgesetz (ESchG) und Stammzellgesetz (StzG)

296

a. Embryonenforschung - Stammzellengewinnung - Forschung mit embryonalen Stammzellen

297

aa. IvF-Embryonen

297

bb. Kerntransferklone - Schutzobjekte des ESchG?

301

aaa. Embryobegriff

301

bbb.Begriffsausdehnung

302

ccc. Begriffsangleichung an das StZG

305

ddd. Ungleichheit der Erbinformation

306

eee. Rechtssicherheit

308

cc. Embryonale Stammzellen - Bestellung, Import, Verwendung

309

aaa. Regelungen des StZG

311

bbb. Schutzproblem

314

ccc. Geltungsbereich des GG

316

ddd. Schutzwiderspruch

318

eee. Ungeeignetheit des Import- und Verwendungsverbots

319

fff. Unbrauchbarkeit der Stichtagsregelung

319

ggg. Keine Strafwürdigkeit der Stammzellenforschung

320

hhh. Verstoß gegen das Übermaßverbot

321

b. Therapeutisches und reproduktives Klonen

322

aa. Würde des Klons

323

bb. Würde des "Originals"

325

cc. Schutz der menschlichen Gattung

326

c. Präimplantationsdiagnostik

328

aa. Missbräuchliche Befruchtung (Tötungsvorbehalt)

330

bb. Missbräuchliche Verwendung (Zellentnahme)

334

cc. Unterlassen des Transfers

335

V. Ergebnis: Schutz des Embryos vor der Forschung auf nationaler Ebene - Schutz des Embryos in der Forschung auf internationaler Ebene

337

§ 8 Gentherapie

342

I. Biologisch-medizinische Grundlagen

342

1. Methoden: Genaddition, Gensubstitution

342

2. Eingriffskategorien: Somatische Gentherapie, Keimbahntherapie, Enhancement

344

II. Voraussetzungen und Grenzen der Genmanipulation (Art. 13 BMK): Bindung an Prävention und Therapie - Keinunmittelbarer Keimbahneingriff

347

III. Vergleichende Betrachtung der Rechtslage in Deutschland

351

1. Verfassungsrecht

351

a. Somatische Gentherapie: Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit

351

b. Keimbahntherapie: Verstoß gegen subjektiv- oder objektivrechtliche Gehalte der Menschenwürde?

352

aa. Identitätsschutz des Embryos

355

bb. Identitätsschutz der Nachkommen

359

cc. Identitätsschutz der Menschheit

360

dd. Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen

363

ee. Zusammenfassung: Keimbahntherapie gemäß GG und BMK

364

2. Spezialgesetzliche Rechtslage

364

a. Somatische Gentherapie: AMG und ärztliches Berufsrecht

364

aa. Gentransfer-Substanzen als Stoffe im Sinne des § 3 AMG

366

bb. Gentransfer-Substanzen als Arzneimittel im Sinne des § 2Abs.1 AMG

366

cc. Gentherapie als Arzneimittelprüfung im Sinne der §§ 40, 41 AMG

368

dd. Vergleich mit der BMK

372

b. Keimbahntherapie: § 5 Abs. 1 ESchG

373

aa. Tatbestandlichkeit

373

bb. Gefährdungsdelikt

375

cc. Verhältnismäßigkeit?

375

dd. Strafwürdigkeit?

377

aaa. Konkreter Rechtsgüterschutz

377

bbb. Handlungsunwert

378

ccc. Regelungsalternativen

379

ee. Vergleich mit der BMK

381

IV. Ergebnis: Unklarer nationaler Gefährdungsschutz bei der somatischen Gentherapie - unverhältnismäßiger nationaler Gefährdungsschutz bei der Keimbahntherapie

382

§ 9 Schlussbetrachtung

383

I. Ziele

383

II. Ergebnisse

383

1. Übereinstimmungen

383

2. Neue Schutzregelungen der BMK

387

3. Stärkere Schutzregelungen der BMK

388

4. Schwächere Schutzregelungen der BMK

389

5. Notwendigkeit von völkerrechtlichen Vorbehalten

392

III. Schlussfolgerung

394

IV. Gesamtbewertung

394

Literatur

397