Die schönsten Kindergedichte für Familienfeiern - Nach Anlässen geordnet. Mit Angaben der geeigneten Altersstufen

Die schönsten Kindergedichte für Familienfeiern - Nach Anlässen geordnet. Mit Angaben der geeigneten Altersstufen

von: Beatrix Mannel

Humboldt, 2009

ISBN: 9783869108919 , 97 Seiten

3. Auflage

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 7,49 EUR

Mehr zum Inhalt

Die schönsten Kindergedichte für Familienfeiern - Nach Anlässen geordnet. Mit Angaben der geeigneten Altersstufen


 

Ballade vom Osterei im Ameisenhaufen (S. 55-58)

Den Ameisen an sich ist Ostern ganz egal. Doch einmal, das erzählen sie heute noch, fiel ein rosarotes Osterei durchs Ackerloch bis hin zur Königin persönlich. Sie war, das ist für Chefinnen nicht ungewöhnlich, – mit Recht – empört und fragte nach, wer sie da stört. Doch niemand wusste, was das Ding denn sei, denn keinem war bekannt das Osterei. Bis eines Tages kam ein Spatz vorbei auf einen kleinen Schwatz. Er ließ die Königin sogleich dann wissen, der Osterhase würd’ sein Ei vermissen.

Er beschrieb der Königin recht gut und auch präzise, wie das rosarote Ei verschwunden war von der Wiese. Und respektvoll bot er an mit wenigen der Worte, dass er das Ei wegschaffen würd’ von diesem Orte. Die Ameisen waren schrecklich froh, denn das Ei blockierte die Königin ja so. Der Spatz zerhackte schnell die Schale und fraß das Ei, der Kannibale! Was lernen wir aus der Geschicht? Die Ameise frisst keine Ostereier nicht!

Ostern auf dem Land

Der Fuchs schleicht um den Hühnerstall und plant den nächsten Überfall. Ganz plötzlich öffnet sich das Tor, und er hört laut den Hühnergackerchor. Doch: was ist das? Hase um Hase stürmt vorbei, auf den Rücken ham’ sie Körbe voller Ei dabei! Da geht der Fuchs gleich wieder weg, zurück zum Wald, in sein Versteck. Denn Ostern ist sogar dem Füchslein heilig, da hat er es mit Überfällen nicht mehr eilig.

Aus dem Kinder-Verwirr-Buch
Und der Osterhase legt (Bald eitel, bald bewegt) Rührei oder Spiegelei Schauerlich stöhnt er dabei.

Welt in einem Ei

Welt im Ei, von Haut Und Schale rings umgeben! Wenn dich die Sonne schaut, Beginnt dein freieres Leben. Dann lebst du, wie dein Ahne will, Als Strauß, als Fisch, als Krokodil, Als Huhn ein Mehrerwachen, Ein größeres Glück und größere Qual In einem weiteren Oval. Bis neue Schalen krachen. O Welt in einem Ei, Wie Wichtiges entscheidet sich, Geht deine Wand entzwei. Vielleicht verschlingt man, kocht man dich, Isst dich mit Senf, mit Kaviar (Störs ungezählten Eiern!). Und wenn sie Ostern feiern, Die dich verschlucken roh und gar, Dann lachen sie und spaßen a conto Osterhasen. Doch wer von ihnen denkt dabei An dich, du Mikrowelt in einem Ei?
Joachim Ringelnatz