Späte Sühne - Island-Krimi

von: Viktor Arnar Ingólfsson

Bastei Lübbe AG, 2011

ISBN: 9783838707174 , 335 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 7,99 EUR

  • Die Balanced Scorecard: Entwicklungstendenzen im deutschsprachigen Raum
    Interkulturelles Management: Die Bedeutung kultureller Einflüsse bei Diversifikationsstrategien im Personalmanagement
    Online-Kundenbetreuung: Wie Live Support Systeme dem Online-Vertrieb auf die Sprünge helfen
    Hierarchiefreiheit in Organisation und Kommunikation: Eine empirische Untersuchung am Beispiel der holländischen Unternehmensberatung Kessels & Smit
    Projektmanagement: Methoden und Werkzeuge für internationale Entwicklungsprojekte
    Projektcontrolling: Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen der Balanced Scorecard
  • Employer-Branding: Bedeutung für die strategische Markenführung. Forschungsergebnisse im Kontext erfolgreicher und nicht erfolgreicher Beispiele aus der Praxis
    Markenpolitik im Einzelhandel: Interaktionseffekte zwischen Herstellermarken und Retail Brands
    Emotionalisierung und Markenwahrnehmung bei Sportevents: Am Beispiel der Rhein-Neckar Löwen in der SAP Arena
    Chinesisches Stadtmarketing im Internet: Wie Chinas Tourismuszentren online auftreten
    Bedeutung von In-Game Advertising im Media-Mix aus Sicht der Mediaagenturen
    Kundenwert-Controlling: Werttreiberbasierte Operationalisierung eines investitionstheoretischen Kundenwertes
 

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Späte Sühne - Island-Krimi


 

Freitag, 16. Oktober (S. 86-87)

09:30 Verschnupft und steif erschien Gunnar zur Arbeit. Er stützte sich auf zwei Krücken, die er seit einem Unfall besaß, als er sich bei Glatteis das Bein gebrochen hatte. Seine Mutter hatte sie in der Abstellkammer unter Tüten mit leeren Bierdosen wiedergefunden. An den Krücken konnte er sich zwar fortbewegen, aber nur sehr langsam. »Ich kann nicht gerade gehen«, sagte Gunnar zu Birkir. »Ich muss mich auf etwas stützen, sonst kippe ich vornüber.« Er klopfte mit einer Krücke auf den Boden, um seine Worte zu unterstreichen. »Logisch«, entgegnete Birkir. »Dein Schwerpunkt befindet sich in dieser Stellung erheblich weiter vorn als deine Zehen.« »Hol mir eine große Tasse Tee mit Zucker und Milch«, sagte Gunnar. »Sonst noch etwas?«

»Du kannst auch eine Küchenrolle mitbringen, meine Nase trieft.« »Bist du dir ganz sicher, dass du nicht besser im Bett aufgehoben wärst?«, fragte Birkir. »Wir müssen einen Mordfall lösen«, erklärte Gunnar. »Ohne meine Hilfe schaffst du das nicht. Und jetzt geh und tu, was ich dir gesagt habe.« Gunnar setzte sich und fuhr seinen Computer hoch, während er darauf wartete, dass Birkir den Auftrag ausführte. Er hatte kurz in die isländischen und deutschen Nachrichten hineingeschaut, als Birkir eine dampfende Tasse und eine Küchenrolle vor ihn hinstellte. Gunnar riss zwei Blätter von der Rolle ab und putzte sich vorsichtig die Nase.

Der Rücken vertrug keine Belastung. »Gibt’s was Neues?«, fragte er. »Doch, ja«, antwortete Birkir. »Einen der Gäste in der Botschaft haben wir wegen früherer Vergehen im Strafregister gefunden, Körperverletzung.« »Wer ist das?« »Lúðvík Bjarnason.« »Der Ausstellungsleiter?« »Ja. In jüngeren Jahren war er wohl als Geldeintreiber aktiv.« »War er Geldeintreiber?« »Ja, etwas in der Art.« »Wie lange liegt das zurück?« »Der letzte Fall war vor zwanzig Jahren. Danach scheint er sich erbaulicheren Tätigkeiten gewidmet zu haben.« »Dazwischen muss aber keine Verbindung bestehen«, sagte Gunnar. »Sonst nichts?«

»Nein, nichts von Belang«, sagte Birkir. »Ich versuche, die Leute auf der Liste zu erreichen.« »Wie kommst du damit vorwärts?« »Unterschiedlich. Wie hast du geschlafen?« »Schlecht.« »Der Rücken?« »Der ist total lädiert. Ich hätte mich nie auf diese verdammte Reise einlassen sollen. Und die Erkältung macht es auch nicht besser.« »Willst du nicht doch noch mal zum Arzt?« »Nein, der labert mir nur lang und breit einen vor, dass ich zu schwer bin«, sagte Gunnar und hielt sich an der Schreibtischkante fest, als er wieder niesen musste.