Julia Extra Band 0314 - Sinnliche Rache aus Leidenschaft / Du hast mein Herz gestohlen! / Je t'aime heisst: ich liebe dich! / Die Prinzessin und ihr Bodyguard /

Julia Extra Band 0314 - Sinnliche Rache aus Leidenschaft / Du hast mein Herz gestohlen! / Je t'aime heisst: ich liebe dich! / Die Prinzessin und ihr Bodyguard /

von: Kathryn Ross, Cara Colter, Maggie Cox, Lucy Monroe

CORA Verlag, 2010

ISBN: 9783862952144 , 448 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 1,99 EUR

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Mehr zum Inhalt

Julia Extra Band 0314 - Sinnliche Rache aus Leidenschaft / Du hast mein Herz gestohlen! / Je t'aime heisst: ich liebe dich! / Die Prinzessin und ihr Bodyguard /


 

1. KAPITEL

„Nash! Schön, dich zu sehen, mein Freund. Danke, dass du so kurzfristig vorbeigekommen bist. Ich weiß ja, wie beschäftigt du bist.“

Nash Taylor-Grant antwortete mit einem kurzen, entspannten Lächeln, als der ältere Mann seine Hand ergriff und herzlich drückte. „Kein Problem. Aber du solltest mir besser sagen, um was es eigentlich geht.“

„Ich lasse uns erst einmal Kaffee bringen.“

„Für mich im Moment nicht.“ Nash zog eine Grimasse, während er seinen teuren Mantel ablegte und in einem der Ledersessel auf der anderen Seite des großen polierten Tischs Platz nahm. „Ich will meinen Koffeinkonsum ein bisschen einschränken“, erklärte er knapp.

Obwohl Nash Oliver Beaumarché noch nicht lange kannte, war der reiche und erfolgreiche Gastronom in der kurzen Zeit zu einem guten Freund geworden. Seitdem speiste Nash regelmäßig geschäftlich oder privat in dessen beiden exklusiven Londoner Restaurants und empfahl sie auch seinen einflussreichen Freunden weiter.

Jetzt brauchte Oliver seine professionelle Unterstützung. Nash hatte sofort zugesichert, ihm zu helfen, auch wenn er sich fragte, was er als PR-Fachmann wohl für den älteren Mann tun könnte. „Schadensbegrenzung“ nannte man seinen speziellen Bereich in der Branche. Er sorgte dafür, dass der Ruf seiner berühmten Klienten nach Sensations- und Skandalmeldungen in den Medien keinen weiteren Schaden nahm und sie stattdessen positive Publicity bekamen. Und damit hatte Nash ein Vermögen gemacht. Obwohl Oliver ein sehr angesehener und anerkannter Gastronom war, galt er nicht als Berühmtheit, die im Rampenlicht stand. Soweit Nash wusste, war er in letzter Zeit auch nicht in einen Skandal verwickelt gewesen, der es erforderlich machen würde, seinen angekratzten Ruf wiederherzustellen.

„Na schön.“ Auch Oliver setzte sich in einen Sessel und seufzte tief. „Ein Mensch, der mir sehr am Herzen liegt, hat Schreckliches durchmachen müssen und braucht Hilfe. Leider kann ich selbst in dieser Hinsicht wenig tun. Darum wollte ich mit dir sprechen.“

Stirnrunzelnd beugte Nash sich vor, legte die Hände gegeneinander und sah seinen Freund nachdenklich an. „Nimm es mir nicht übel, aber das hört sich doch sehr geheimnisvoll an. Du kennst meine Arbeit … also, wie könnte ich dir helfen?“

„Die junge Frau, von der ich spreche, ist meine Nichte, das einzige Kind meiner Schwester Yvette. Schon als Baby habe ich sie abgöttisch geliebt, und als sie dann mit sechs Jahren ihren Vater verlor … vermutlich habe ich seitdem die Rolle des Vaters für sie übernommen.“

„Das macht die Sache für mich trotzdem nicht verständlicher, mein Freund.“ Jetzt war es Nash, der laut seufzte. Auch wenn er den älteren Mann sehr schätzte und ihm gern helfen würde, hatte er noch einige Termine bis abends um sieben und danach ein Geschäftsessen mit einem wichtigen Kunden. Er lehnte sich wieder zurück und fuhr sich mit den Fingern durch die kurzen, dunkelblonden Haare.

„Vielleicht sollte ich sie dir vorstellen. Dann wird die Sache zweifellos klarer.“ Oliver stand auf, ging zu der Tür hinter seinem Schreibtisch und öffnete sie. „Alles in Ordnung, Liebes … du kannst jetzt hereinkommen“, sagte er herzlich.

Die Falten auf Nashs Stirn vertieften sich. Er wusste nicht, wer gleich eintreten würde. Doch als er die schlanke, dunkelhaarige Frau mit den exotisch anmutenden Zügen bemerkte, schoss pures Adrenalin durch seine Adern. Sie hatte kaum Make-up aufgelegt, und auch das schlichte, dunkelgraue Kostüm mit dem roten Wollpullover fiel nicht besonders auf. Dafür zog ihr Gesicht sofort seine Aufmerksamkeit auf sich. Vor ihm stand Freya Carpenter – eine Schauspielerin, die seit Jahren nur noch wegen ihrer zerrütteten Ehe und ihrer Drogenprobleme in der Presse auftauchte und deren Stern am Himmel der Filmstars bereits verblasste.

Nash hatte sie einmal auf einer Promiparty getroffen. Auch wenn sie damals völlig nüchtern gewirkt hatte, hatte es ihn doch sehr erstaunt, wie distanziert sie sich unter all den bekannten Stars gegeben hatte. Fast so, als ob diese Veranstaltung nichts als eine Qual für sie bedeute, der sie am liebsten entfliehen würde. Nein, an diesem besagten Abend war es Freyas Mann gewesen, der zu viel getrunken und sich danebenbenommen hatte. Nash wusste noch genau, dass er sich damals gefragt hatte, warum eine so talentierte, schöne junge Frau bei so einem Loser gelandet war. Wenn man den Gerüchten über ihren Alkohol- und Drogenkonsum Glauben schenken durfte, hatte die Fähigkeit dieser Frau, die richtigen Entscheidungen für ihr Privatleben zu treffen, wohl sehr gelitten.

Als er sich nun erhob und ihr die Hand reichte, spürte er an ihrem unsicher flackernden Blick, dass sie tatsächlich seine Hilfe brauchen könnte. Abgesehen davon, dass vermeintliche Alkohol- und Drogenprobleme ihrem Ruf sehr geschadet hatten, war Freya während der letzten zwei Jahre durch die Hölle gegangen, weil die Presse ihre Scheidung weidlich ausgeschlachtet und sie in denkbar schlechtem Licht dargestellt hatte. Darauf verlor sie eine Hauptrolle in einem großen Kinofilm, da die Produzenten sie für instabil hielten. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte sie sich angeblich fast selbst bei einem Auffahrunfall ums Leben gebracht. Ihr geschiedener Mann berichtete bis heute oft und lauthals von ihrem Drogen- und Alkoholkonsum. Angeblich verkraftete sie es nicht, dass er sie wegen eines neunzehnjährigen Models verlassen hatte, das von ihm schwanger war.

Als Nash sich nun an ihr ernstes Gesicht von damals erinnerte, kam er zu dem Schluss, dass sehr viel mehr hinter dieser Geschichte stecken musste, als man der Öffentlichkeit vorgesetzt hatte. Die junge Frau mochte vielleicht in ihrem Privatleben aus der Bahn geworfen worden sein, aber sie war immer noch eine Schauspielerin, die bemerkenswerte Rollen gespielt hatte. Selbst die Bühne von London hatte sie ein paarmal mit ihrer Anwesenheit beehrt und sie war ausnahmslos für ihre Auftritte gelobt worden. Umso unverständlicher war es, dass sie sich mit so einem Typen wie James Frazier eingelassen hatte.

Erst kürzlich waren Spekulationen über ihre psychische Verfassung laut geworden und hatten die Journalisten in der vergangenen Woche in Scharen vor ihre Haustür getrieben. In deren Artikeln hieß es dann, dass Freya völlig am Boden zerstört sei. Sie hätte einen schweren Zusammenbruch erlitten und würde erst einmal nicht auf die Bühne oder zum Film zurückkehren. Nun begriff Nash, warum Oliver Beaumarchés berühmte Nichte dringend Hilfe von einem Mann wie ihm brauchte …

„Freya, darf ich dir Nash Taylor-Grant vorstellen“, stellte Oliver Nash vor.

Scheinbar misstrauisch legte sie ihre kühle Hand in seine. Nash merkte, wie sie zusammenzuckte, als ob die Berührung eines menschlichen Wesens für sie ebenso bedrohlich war wie ihre Hand in ein Piranhabecken zu halten. Ein wenig verwirrt brachte er dennoch ein Lächeln zustande. „Wir haben uns schon einmal getroffen, Miss Carpenter. Vor langer Zeit, auf einer Party. Aber ich bezweifle, dass Sie sich daran erinnern.“

„Sie kommen mir auch bekannt vor … obwohl ich zugeben muss, dass ich mich an diese Party nicht erinnere.“ Schnell entzog sie ihm die Hand wieder und wandte den Blick ab. Mit natürlicher Anmut nahm sie in dem Sessel Platz, den Oliver für sie neben seinen gerückt hatte.

Nachdem die beiden Männer sich ebenfalls gesetzt hatten, sah Oliver Beaumarché Nash mit sehr ernstem Blick an. „Vermutlich wirst du dir jetzt vorstellen können, warum wir deine Hilfe brauchen. Ich habe bisher nie erwähnt, dass Freya meine Nichte ist, weil es mir als ihr Onkel immer das Wichtigste war, ihre Privatsphäre zu schützen.“ Er warf der zurückhaltenden jungen Frau ein kurzes Lächeln zu. „Doch jetzt hat Freya sich nach all den traumatischen Erlebnissen entschlossen, wieder an ihre Karriere zu denken. Aber ihr skrupelloser Exmann tut alles, um das, was sie sich so hart zu erarbeiten versucht, wieder zunichtezumachen. Und nicht nur das! Sie ist eine Gefangene in ihrem eigenen Zuhause, nach all dem lächerlichen Unsinn, den die Presse über ihren Geisteszustand veröffentlicht hat. Und ich bin sicher, dass auch diese Gerüchte von dem Nichtsnutz gestreut wurden …“

„Glauben Sie bitte nicht, Mr. Taylor-Grant, dass ich einzig und allein meinem Exmann die Schuld daran gebe, dass ich in letzter Zeit so wenig Erfolg hatte“, unterbrach Freya Oliver ruhig. Beim Klang ihrer faszinierenden, leicht rauchigen Stimme stellten sich Nashs Nackenhaare auf. „Ich übernehme die volle Verantwortung für das, was in meinem Leben passiert ist. Mein Onkel glaubt allerdings, dass ich Hilfe benötige, um meinen guten Ruf wiederherzustellen. Aber wenn Sie mich fragen, wäre es nach dem letzten Fiasko vermutlich besser, wenn ich sang- und klanglos verschwinde, bis die Leute alles vergessen haben.“

Ein ironisches Lächeln umspielte ihren Mund. Obwohl er einen unbestreitbar traurigen Zug trug, spürte man doch dessen fesselnde Sinnlichkeit. Wie hypnotisiert blieb Nashs Blick an ihren Lippen hängen. Kaum merklich verlagerte er sein Gewicht im Sessel. „Kein Mensch, der in den letzten Jahren Zeitung gelesen oder die Nachrichten gehört hat, würde leugnen, dass Ihr Ruf entschieden gelitten hat, Miss Carpenter. Und trotzdem … ich bin sicher, dass viele auch Mitgefühl für Ihre prekäre Lage empfinden.“

Ein Anflug von Schmerz überschattete für einen Moment ihre faszinierenden Züge. Die schlanken Schultern versteiften sich, während sie ihre samtbraunen Augen vorwurfsvoll auf Nash richtete. „Ich bin nicht auf Mitleid aus, Mr. Taylor-Grant! Und ich bin auch nicht geistig...