Sprengtechnik und Umwelt in der Praxis

von: Rolf Schillinger

Carl Hanser Fachbuchverlag, 2009

ISBN: 9783446420571 , 217 Seiten

Format: PDF, OL

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Preis: 31,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Sprengtechnik und Umwelt in der Praxis


 

3 Sprengen im Steinbruch und Baubetrieb (S. 53-54)

3.1 Sprengverfahren

Unter Sprengverfahren versteht sich der vielfältige Einsatz von Spreng und Zündmitteln in Bezug auf ein Verfahren innerhalb der Sprengtechnik, das einen optimalen Sprengerfolg erwarten lässt. Im Vordergrund steht dabei der Sprengzweck, der zur Lösung technischer Aufgaben, wie das Herauslösen von Gesteinen für die Werksteinindustrie, Gewinnungsarbeiten für die Grundstoffindustrie, Herauslösen von Hohlräumen im Berg und Tunnelbau, Arbeiten im Bau und Abbruchgewerbe, Arbeiten zu land und forstwirtschaftlichen Zwecken und dgl., führen soll. Die moderne Sprengtechnik hat eine maßgebliche Bedeutung auf Abläufe im Bergbau, in der Natursteinindustrie und im Baugewerbe. Der hohe technische Stand bei Spreng und Zündmitteln sowie moderne Bohrtechnik bilden die Grundlage für optima le Sprengungen mit unterschiedlichen Sprengverfahren. Neben den Verfahren mit Einzelsprengungen wie z. B. Knäpper, Kessel, Lassen, Spaltsprengungen sowie seismi schen Sprengungen sind die Sprengverfahren mit Sprenganlagen wie z. B. Aushub, Gewinnungs, Vortriebssprengungen, aber auch Abbruch und andere Sondersprengverfahren, in der Praxis von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung für die Betriebe. Die rationellen Verfahrensweisen mit Sprenganlagen bilden die Grundlagen für eine technische und wirtschaftliche Sprengtechnik unter der Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte gegenüber der Umwelt [48].

Es ist wichtig, dass Begriffsbestimmungen in der Sprengtechnik mit der Regel der Technik übereinstimmen. Durch Einhaltung von Begriffsbestimmungen aus den Regelwerken der Sprengtechnik können unklare Auslegungen über Sprengverfahren vermieden werden. Klare Bezeichnungen, wie „das Zerteilen" von Fels, d.h. Abtrag des Felsens durch Sprengen, den Vortrieb durch Sprengen sowie das Lösen des Felsens bzw. Gebirges durch Sprengen oder wie „das Aufreißen" von Fels, d.h. Auflockerung des Felsens durch Sprengen bzw. Lockerungssprengungen, haben sich durchgesetzt [45, 59].

Die Einteilung der Sprengverfahren kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten erfolgen, wie z. B. nach dem Sprengzweck, nach Art der Laderäume und deren Anordnung, nach der Anordnung der Zündmittel, nach der Art oder Zusammensetzung der verwendeten Ladung u. dgl. Es wird, wie bereits dargestellt, unterschieden zwischen

Auflockerungssprengungen (Aufreißen), bei denen die Vorgaben des Mediums nicht geworfen, sondern nur aufgelockert werden (Aufreißen des Gefüges von Gestein, Bauteilen oder anderen verfestigten Materialien ohne deren Auswurf) und

Zertrümmerungssprengungen oder Felslösungssprengungen (Zerteilen), bei denen das Material stark zertrümmert und fallweise nicht – wie z. B. bei einer übertägigen Strossen oder Gewinnungssprengung – umgelagert wird.

Die klare Bestimmung des Sprengverfahrens hält dazu an, dass nach der geeigneten sprengtechnischen Vorgehensweise so zu verfahren ist, dass der erwünschte optimale Sprengerfolg erzielt wird. Die Sprengarbeit umfasst alle für das Sprengen notwendigen Tätigkeiten mit Ausnahme des Herstellens der Laderäume, wobei die Sprengtechnik die Verfahrenstechnik für das Sprengen ist.

Sprengen ist das gewaltsame, plötzliche Aufreißen sowie Zerteilen von Sprengobjekten durch die bei der Umsetzung einer Sprengladung frei werdende Energie [59]. Sprengverfahren werden nach der Art des Einbruchs, dem Zweck des Sprengens, den Laderäumen und deren Anordnung, Anordnung der Zündmittel und anderen Merkmalen bezeichnet. Der Zweck der sprengtechnischen Planungen besteht darin, dass bei den vor Ort gegebenen Verhältnissen ein im technischen, wirtschaftlichen und sicherheitlichen Sinne optimaler Sprengerfolg sichergestellt ist. Ein Sprengverfahren ist demnach die Art und Weise der Anwendung der Sprengmittel zur Erreichung des angestrebten Sprengzweckes.