Profikurs Sicherheit von Web-Servern - Ein praxisorientiertes Handbuch - Grundlagen, Aufbau und Architektur - Schwachstellen und Hintertüren - Konkrete Praxisbeispiele realisiert unter Windows und Unix/Linux

von: Volker Hockmann, Heinz-Dieter Knöll

Vieweg+Teubner (GWV), 2008

ISBN: 9783834894717 , 154 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 46,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Profikurs Sicherheit von Web-Servern - Ein praxisorientiertes Handbuch - Grundlagen, Aufbau und Architektur - Schwachstellen und Hintertüren - Konkrete Praxisbeispiele realisiert unter Windows und Unix/Linux


 

11 Internet Information Services (IIS) 6.0 (S. 74-75)

"Wenn wir vor der Wahl stehen, ob wir eine neue Funktion hinzufügen oder ein Sicherheitsproblem lösen können, müssen wir uns für die Sicherheit entscheiden." (Bill Gates). Der Internet Information Service 6.0 von Microsoft wird für die Versionen XP Professional und Windows 2003-Server ausgeliefert. Wie beim Windows 2003-Server wird der IIS in einem verriegelten Status, also einer schon bei der Installation vorgegebenen gehärteten Version, installiert. So sind z.B. nach der Installation keine dynamischen Webseiten (ASP etc.) darstellbar. Änderungen können über die mitgelieferte, Web Service Extensions genannte, neue Administrationsfunktion im Snap-in IIS-Manager der Microsoft-Management-Konsole (MMC) vorgenommen werden.

11.1 Architektur des IIS 6.0
Die Architektur des IIS 6.0 hat sich im Vergleich zu seinen Vorgängern grundlegend geändert und verbessert. Der IIS 6.0 weist jetzt eine Verfeinerung in den Bereichen Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit auf. In den Vorgängerversionen (IIS 4.X/5.X) gab es immer wieder Probleme dahingehend, dass Webseiten und dazugehörende Applikationen in einem Prozess liefen. Stürzte eine Applikation ab, wurden alle anderen Applikationen mitgezogen, da sie alle in einem Prozess angeordnet waren. Der IIS 6.0 unterstützt den „Worker Process Isolation Mode"-(WPIM-)Betrieb.

Der IIS 6.0 isoliert zusammengehörende Webseiten und Applikationen in so genannten application pools. Microsoft spricht in diesem Zusammenhang auch von einem unabhängigen „worker process", der die einzelnen application pools bedient. Jeder „Worker Process" arbeitet in einem eigenen Speicherbereich und zieht bei einem Absturz keine weiteren „Worker Processes" oder Operatoren mit. Es ist möglich, Sicherheitsparameter für jede Webseite einzustellen. Application Pools können mit unterschiedlichen Kriterien und Bestimmungen eingerichtet werden. Microsoft unterscheidet zwischen vier verschiedenen Modi: - Recycling: Innerhalb einer Applikation kann der Pool mehrfach wieder verwendet werden. Bestimmbare Parameter: Zeitspanne, Anzahl der Prozesse und die Cache-Größe - Performance: Arbeitsprozesse können geschlossen werden, wenn diese keine Daten zur Verarbeitung mehr empfangen.

Die CPU wird dadurch merklich entlastet. - Health: Hier werden die Arbeitsprozesse überwacht. In Intervallen werden die Prozesse angesprochen. Ist ein Prozess nicht mehr in der Lage, eine Rückantwort zu geben, wird er beendet. Dafür kann eine Zeitspanne angegeben werden, die der Prozess abwarten muss, bevor er beendet oder neu gestartet wird. - Identity: Unter diesem Modus wird den Prozessen eine spezifische Identität zugeordnet. Somit ist es möglich, jedem Prozess ein Sicherheitskonto zuzuordnen. Viele der HTTP-Funktionen wurden von den Microsoft-Entwicklern in den Kernel- Modus-Treiber verschoben, um die Anwendungen sicherer zu machen.

Der Treiber http.sys cached jetzt die Webseiten selbst und verbessert damit die Leistung, ohne von außen angreifbar zu sein. Andere Erweiterungen, sind z.B. der "Background Intelligent Transfer Service" (BITS), eine Servererweiterung, die es ermöglicht, Updates nach deren „Notwendigkeit" zu installieren. Jeder Administrator sollte bei einem solchen Dienst erst einmal sehr skeptisch werden. Werden doch automatisch durch einen Dienst Updates, die von Microsoft als notwendig gekennzeichnet wurden, eingespielt. Administratoren kennen spätestens seit den Windows NT 6.0 Service Packs die Probleme mit Updates. Updates gehören zuallererst auf ein Testsystem und werden nach einer gründlichen Prüfung auf dem Produktivsystem eingespielt. Dies ist natürlich auch für alle anderen Systeme und Applikationen gültig. Als zusätzliches Highlight wurde eine differenziertere Auswahl der automatisch startenden Systemdienste angegeben.