Briefwechsel mit Sascha Schneider - Karl May´s Gesammelte Werke und Briefe Band 93

Briefwechsel mit Sascha Schneider - Karl May´s Gesammelte Werke und Briefe Band 93

von: Karl May

Karl-May-Verlag, 2009

ISBN: 9783780217936 , 543 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 13,99 EUR

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Briefwechsel mit Sascha Schneider - Karl May´s Gesammelte Werke und Briefe Band 93


 

54 SCHNEIDER AN KLARA MAY • 15. März 1904 (S. 54-55)

Brief, hs.

[Meißen] 15/3 04

Verehrte gnädige Frau! Es freut mich sehr, dass Sie von meinem Anerbieten Gebrauch machen.15 Wir sprechen darüber am besten noch einmal; ebenso über den Gegenstand des jetzt so rasch zu zeichnenden Titelbildes.16 Das ist schriftlich ein langes Hin & Her, wo wir es doch bequemer haben können. – Ob ich den dritten Feiertag kommen kann, ist mir augenblicklich nicht möglich zu sagen. Nämlich, wenn der Massen-Atelier- Besuch von Dresden aus kommt, so muss ich dann auch jenen Tag (5ten April) hier anwesend sein. Ich würde dann aber sofort darnach zu Ihnen kommen. Halt! Die Arbeit ist ja drängend!

Also, da komme ich dann lieber gleich und zwar schon Freitag, d. 17ten abends.17 Werden wir mit Gespräch nicht fertig, so übernachte ich bei May’s.18 – Leider drängt jetzt Alles, ich bin schon ganz caput. Und das soll nun so weiter gehn bis Anfang Juni! Das Bild Ihres Herrn Gemahls ist mir ein Klares, ich habe seinen Wert vollständig begrifen. Der gemeinsame Boden, den ich mit ihm habe, ist die Kunst, welche nicht nach dem Was?, sondern nach dem Wie? frägt. Das Was? bestimmt nur den Menschen, nicht den Künstler, und charakterisiert etwa: Sage mir mit wem (was) Du umgehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist. Eine Vollendung giebt es freilich, wenn

15 Schneiders Vorschlag, die Deckelbilder für Mays Werke neu zu gestalten
16 Für den zur Publikation anstehenden Bd. 30 der Gesammelten Reiseerzählungen: Und Friede auf Erden!
17 Der für den Besuch vorgesehene Freitag war der 18.3.
18 Tagebucheintrag Klara Mays: „Freitag d. 18.3. Blieb Schneider auch über Nacht bei uns. Der Abend war wie Kirche für mich. Diese beiden gewaltigen Geister philosophirten über Welt und Leben, Kunst und Menschen. Es wollte gar kein Ende nehmen, wir saßen bis früh.“