Abdahn Effendi - Karl May´s Gesammelte Werke Band 81

Abdahn Effendi - Karl May´s Gesammelte Werke Band 81

von: Karl May

Karl-May-Verlag, 2000

ISBN: 9783780217813 , 474 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 9,99 EUR

Mehr zum Inhalt

Abdahn Effendi - Karl May´s Gesammelte Werke Band 81


 

BETRACHTUNG UND BESINNUNG (S. 417-418)

BRIEFE ÜBER KUNST

Karl Mays Briefe über Kunst sind gerichtet an Leopold Gheri, Redakteur der Zeitschrift ‚Kunstfreund‘, Innsbruck, und sollten ursprünglich wohl einen Zyklus von zwölf Briefen bilden. Doch brach Karl May nach der sechsten Folge ab, da Gheri aus der Redaktion ausschied. Nr. 1 bis 5 erschienen zwischen Oktober 1906 und April 1907; Nr. 6 blieb zu Lebzeiten Mays ungedruckt und wurde erstmals im Karl-May-Jahr- buch 1920 veröffentlicht.

Innerhalb der Gesammelten Werke waren die Briefe über Kunst anfänglich in Band 34 „ICH“ enthalten (1. Auflage 1916 bis 20. Auflage 1942). 1956 wurden sie in den damals neu zusammengestellten Band 49 Lichte Höhen übernommen. Die 1998 erfolgte Revision des Bandes anhand der Erstdrucke brachte eine Umgruppierung einzelner Texte mit sich. So mussten die Briefe über Kunst aus Platzgründen entfallen und haben nun innerhalb der essayistischen Texte des vorliegenden Bandes einen passenden Rahmen gefunden. Sie sind in vielerlei Hinsicht interessant, nicht zuletzt weil sie zeigen, wie ernst May seine Aufgabe als Künstler und Erzieher nahm.

I.

Sehr geehrter Herr Redakteur! Sie fragen mich: ‚ Wa s i s t K u n s t ? ‘ Ich könnte diese Frage entweder als einen guten Witz auffassen oder, wie zum Bei- spiel die andere Frage: ‚ Wa s i s t Wa h r h e i t ? ‘ , für eine Banalität. Ich könnte sie auch für eine versteckte Falle halten, in die sich meine Unwissenheit verirren soll, um gefangen genommen und dann Ihren Lesern vorgezeigt zu werden. Ich könnte sie, ganz im Gegenteil davon, auch für eine gute Gelegenheit nehmen, um zu zeigen, was für ein geistvoller Plauderer ich sei. Schließlich könnte ich mich von ihr wohl auch verleiten lassen, in tiefgründiger und gelehr- ter Langweiligkeit alles zu wiederholen, was seit Tausenden von Jah- ren über diesen Gegenstand geschrieben und gesprochen worden ist,