Lean Brain Management - Erfolg und Effizienzsteigerung durch Null-Hirn

von: Gunter Dueck

Springer-Verlag, 2006

ISBN: 9783540311478 , 228 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

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Preis: 17,98 EUR

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Lean Brain Management - Erfolg und Effizienzsteigerung durch Null-Hirn


 

III. Die Selbststeuerung eines Lean-Brain-Systems (S. 65-66)

1. Modernes Management steuert nicht mehr, es treibt nur an

Heutigen Managern sagt man oft nach, sie kümmerten sich zu wenig um Inhalte. Sie sähen nur die Form, also die Organisation und die Abläufe. Manager kümmerten sich nicht um das, was eigentlich getan wird. Sie dächten nur nach, wie es getan wird, bzw. sie dächten rein gar nichts, sondern sie drängten nur, dass es so komme, wie man es sich sonst nur wünschen könnte. Im Lean-Brain-Sinne schälen sich Manager also schon wie Vorbilder für die neue Zeit heraus.

Traditionelles Management bringt A effizient nach B, was immer B sein mag. Die Tätigkeit wird ausschließlich als eine logistische Frage betrachtet – so wie der Transport eines Gutes von A nach B unabhängig von der Beschaffenheit des Gutes selbst durchgeführt wird. (Für die Post ist jeder Brief nur Brief. Für den Manager ist jeder Vorgang nur Vorgang, Rezept nur Rezept.) Traditionelles Management stellt keine Sinnfragen. B ist B.

Der Zustand B kann eine Vision sein, ein neues geniales Produkt oder ein neuer Geschäftsprozess. Die Unternehmer, die Religionsstifter oder die Erfinder lassen sich alle paar Jahre etwas einfallen. Das Ziel B „kommt also irgendwo her". Woher? Jemand hat eine Gotteseingebung, eine Idee oder meint plötzlich, ein neues Hobby haben zu müssen, mit dem er die Menschheit beglücken sollte. Natürlich haben wir alle immerfort Ideen, wie die Menschheit zu verbessern wäre – aber zum Glück hört uns ja keiner zu. Schlechter ist es, wenn Menschen mit großem Charisma einen Einfall haben. (Charismatische sind 100 Prozent echt, kein Verschnitt!

Bisher lassen sie sich nicht faken!) Viele Menschen saugen jede noch so merkwürdige Idee eines charismatischen Menschen in sich auf, um ein bisschen vom Charisma des Großen in sich zu fühlen. Wenn eine charismatische Person etwas will, bekommen die anderen Menschen in der Umgebung geradezu einen Vogel. Zum Glück gibt es nur ungefähr null Prozent Menschen mit Charisma. Heute werden die Charisma- Verdächtigen auch schon ganz früh durch Talent-Patrouillen oder Charisma-Scouts aus der Bevölkerung herausgefiltert und dann sofort trainiert, fremde Ideen für ihre eigenen zu halten. Sie werden also unecht gemacht. Dadurch wird das Charisma meist vollkommen zerstört, so dass es kaum noch Schaden anrichtet. Im Großen und Ganzen entstehen also neue Ideen wirklich sehr zufällig. Das ist für die Wirtschaft recht ärgerlich, die meist ahnungslos von einem „Innovationsproblem" schwadroniert.

Während das traditionelle Management sich ein Ziel B geben ließ und dann alles klaglos wie befohlen von A nach B brachte, will sich das moderne Management nicht mit Zielen herumärgern, die zu viel Arbeit machen. Das moderne Management erreicht also Ziele nicht mehr effizient, sondern es sucht sich Ziele, die effizient zu erreichen sind. Erfahrungsgemäß sind diejenigen Ziele im Durchschnitt schwerer zu erreichen, die Sachverstand erfordern.